Schnelles Urlaubsshirt und Laptoprucksack

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Lange war es hier ruhig. Irgendwie komme ich aktuell nur noch zum Me Made Mittwoch dazu, neue Blogposts zu schreiben. Für diesen fixen Termin bin ich sehr dankbar und dieser Dank geht an das Team, das diesen Blog seit Jahren pflegt!

Außerdem war ich gerade im Urlaub, den ich ohne Nähmaschine verbracht habe. Die letzten freien Tage nutze ich jetzt noch, um etwas von meinen Nähprojekten aufzuholen. Vor dem Urlaub hatte ich noch eine Bestellung bei 1000stoff aufgegeben und mir (weil für ein anderes Projekt Material fehlte) auf die Schnelle ein ungeplantes Shirt aus einem Designer-Left-Over-Stoff genäht. Ich bin da leider sehr anfällig für Laras Werbung in den Instagram-Stories und kann kaum widerstehen, wenn die Stoffe in mein Beuteschema fallen.

Der Stoff ist ein gerippter Baumwolljersey mit feinem Glanz, der einen ganz tollen Fall hat. Man merkt, dass das schon etwas „Besseres“ ist. Allerdings hatte ich extreme Mühe, ihn zu verarbeiten. Die Nähte ließen sich problemlos mit der Overlock zusammen nähen, aber die Säume wollten mir mit meiner Cover-Maschine nicht gelingen. Mit dem Kauf dieser Maschine hadere ich immer wieder und hab jetzt beschlossen, dass sie gehen kann. Ich hatte mir eine Babylock gekauft, die aber sehr preiswert war und angeblich nur den Namen verwendet, aber mit der Qualität der anderen Maschinen nicht mithalten kann. Ob ich mir mir eine Alternativ-Maschine anschaffe, habe ich noch nicht beschlossen. Da interessiert mich eure Meinung: habt ihr eine Coverlock und nutzt ihr die oft? Wenn ja, welche könnt ihr mir empfehlen? Schreibt mir doch mal in die Kommentare.

Aufgrund meiner Probleme beim Säumen musste ich mehrfach den unteren Saum abschneiden und somit kürzen, denn ein Auftrennen der Cover-Nähte bei solch empfindlichen Stoff ist quasi nicht möglich. Das Endergebnis hat mich dennoch überhaupt nicht überzeugt. So habe ich mich kurzentschlossen für eine Bündchenlösung entschieden. Es war noch genug Stoff da, um an Ärmeln und am Saum einen Bund anzunähen und das geht mit der Overlock am Besten und eben problemfrei. Das untere Bündchen ist etwas breit geworden, aber irgendwie finde ich es gut so. Am Ende ist der Schnitt nicht ganz so pur wie gewünscht, aber eben tragbar.

Schnitt: Burdastyle Modell 121 aus 12/2020
Stoff: Rippenjersey Baumwolle, Koralle über 1000stoff
Arbeitsaufwand: ca. 4 h (inkl. Mehraufwand siehe oben)
Kosten: ca. 25 €

Vor dem Shirt und weit vor dem Urlaub hatte ich noch ein gänzlich anderes Projekt umgesetzt. Seit dem Erscheinen des Rucksack-Schnittmusters von Grasser wollte ich diesen nähen. Dazu muss ich sagen, dass ich absolut kein Rucksack-Fan bin und viel lieber Taschen nähe und trage. Seit meiner Bandscheiben-OP muss ich aber verstärkt darauf achten, nicht zu schwer und rückenfreundlich zu tragen. Mein Rücken ist schlicht und ergreifend kaputt und dem muss ich Rechnung tragen.

Für meinen Laptop wollte ich also eine Möglichkeit haben, mit der ich mehr als nur den Laptop transportieren und der an sich auch leicht genug und strapazierfähig und möglichst noch elegant ist. Ursprünglich wollte ich das Modell aus schwarzem Lederimitat nähen – schlicht und vielseitig kombinierbar. Als das Kunstleder aber kam, kamen mir erhebliche Zweifel und einige von Euch haben mir auf Instagram auch davon abgeraten, Kunstleder ist nur bedingt beständig und einfach nicht stabil genug.

Dann kam dieser tolle, abwaschbare Stoffe auf den Markt und ich war schockverliebt. Allerdings passte das gar nicht zu meiner Vorstellung von schlicht, elegant und universell einsetzbar. Schlussendlich habe ich mich dennoch für den Stoff entschieden und es nicht bereut. Ich liebe diesen Rucksack und er ist so toll geworden und ein echter Hinguckern. Der schwarz-weiß-Honk in mir jubiliert ?.

Der Nähprozess verlief schmerzfrei und sehr entspannt – ein echtes Slow-Sewing-Projekt, welches seine Zeit braucht. Das Material habe ich noch verstärkt mit Schabrackeneinlage, die ich aufbügeln wollte. Allerdings verträgt der Stoff keine große Hitze, so dass die aufbügelbare Einlage nicht hielt. Also habe ich diese auf der Nahtzugabe festgesteppt, klappte gut.

Die Hardware hatte ich bereits bestellt und vorrätig, ehe ich mich beim Stoff umentschieden habe. Die Metall-Reißverschlüsse hätten zum Kunstleder besser gepasst. Bei diesem Material hier wären Kunststoff-Reißverschlüsse die bessere Wahl gewesen, aber das ist nur ein kleines Detail, was nicht ganz stimmig ist.

Innen habe ich einen Canvas vernäht, den ich noch übrig hatte von meiner zweiten Tasche voll Glück, die Gurtbänder habe ich zusammen mit dem Stoff bestellt und war zwischendrin unsicher, ob die Mischung nicht too much ist. Aber nein – für mich ist alles perfekt so. Den oberen Reißverschluss habe ich mit einem Label von clarasstoffe, den man kostenlos zur Stofflieferung immer dazu bekommt, eingefasst. Die Breite passte genau. Und an einer Taschenseite habe ich noch ein Label in weiß mit schwarzem Punkt eingenäht, also im Kontrast zum Hauptstoff, das geht allerdings optisch etwas unter ( zu sehen auf den ersten beiden Bildern oben auf der linken Seite).

Im Inneren gibt es ein Laptopfach aus Volumenvlies, welches das Gerät super schützt. Das Fach wird mit einem Klettverschluss geschlossen. Zusätzlich gibt es ein Innenfach mit Reißverschluss, zwei offene Innenfächer, ein Kartenfach (für Kreditkarten o.ä.) und ein Reißverschlussfach im Rücken für alles, was man noch geschützter an der Frau braucht.

Der Rucksack hat sich im Einsatz schon sehr bewährt und ich bin total glücklich damit. Die Anleitung kann ich sehr empfehlen. Es gibt zwei Varianten: einmal für echtes Leder und einmal für Stoff. Vielleicht gibt es irgendwann noch eine weitere Variante, ich bin jedenfalls schwer begeistert.

Schnitt: Grasser No 1000
Material: Outdoorstoff Lucky Dots s/w, Gurtband, Label über Alles für Selbermacher*
Arbeitsaufwand: 12:45 h
Kosten: ca. 70 €

10 Kommentarte
  1. Maggie 8 Monatenvor
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    Ich habe vor zwei Jahren eine Cover gekauft, mit der ich nicht gut zurechtkomme. Seit ich den Stretch-Nähfaden entdeckt habe, brauche ich sie überhaupt nicht mehr.
    Liebe Grüsse Maggie

  2. Dagmar Fummelfitze 8 Monatenvor
    Antworten

    Hallo Anke,
    Ich habe auch schon häufig mit einer Covermaschine geliebäugelt, aber mich bisher vom Preis und von der Aussicht auf endloses ‚rumprobieren mit verschiedenen Stoffarten dagegen entschieden. Auch, weil ich mit meiner Lösung jetzt eigentlich ganz zufrieden bin :
    Säume und Absteppungen klappen mit einer passenden Zwillingsnadel prima und sehen von außen professionell aus. Wenn das Material stark ausleiert, kombiniere ich einen Unterfaden aus Seraflex dazu. Man muss nur die Stichlänge erhöhen (ich nehme meistens 4mm) . Den Rest (Fadenspannung) erledigt meine Nähmaschine zum Glück von selbst.
    Im übrigen sind beide Teile, die Du genäht hast, sehr schön geworden.
    Liebe Grüße Dagmar

    • Anke 8 Monatenvor
      Antworten

      Liebe Dagmar, danke für deine Tipps. Mit der Zwillingsnadel komme ich meist auch gut klar, werde aber den Seraflex-Faden und die größere Stichlänge ausprobieren!! Grüße Anke

  3. Sarah 8 Monatenvor
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    Shirt und Rucksack sind ganz zauberhaft!!! Liebe Grüße, Sarah

  4. Kuestensocke 8 Monatenvor
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    Bei Deinem Rock-Shirt Outfit knallen die Farben so richtig – ich finds toll! Steht Dir prima. LG Kuestensocke

  5. Sandra N. 8 Monatenvor
    Antworten

    Tolles Knaller-Sommeroutfit. Der Shirtstoff spricht mich sehr an. Sehr gut kann ich mir vorstellen, dass die Verarbeitung schwierig ist. Dein Rucksack ist mega und ist sicher ein toller täglicher Begleiter.

    Ich selber nähe seit Jahren auf der Coverstitch von Babylock, hatte allerdings auch einige Anlaufschwierigkeiten mit der Maschine.

    Liebe Grüße,
    Sandra

    • Anke 8 Monatenvor
      Antworten

      Ich hab eben nicht die Coverstitch, die war mir damals zu teuer. Ich frag mich halt, wie sinnvoll diese Investition ist. Ich brauche sie zu selten. LG Anke

  6. Tily 8 Monatenvor
    Antworten

    Die Tasche gefällt mir, das Outfit erscheint mir ganz ungewöhnlich für Dich, aber schick! Mir ist letztes Jahr eine großartige Coverstitch geschenkt worden, leider ergaben sich noch nicht so viele Gelegenheiten zum Einsatz. Man kann ganz viel damit machen, allerdings meist für Projekte, die (noch) nicht auf meiner Liste stehen. LG Tily

  7. Heike 8 Monatenvor
    Antworten

    Dein Outfit sieht toll aus, der Shirtschnitt ist etwas besonderes. Von deinem Rucksack bin ich ganz begeistert.
    Ich habe bislang einer Cover widerstehen können. Säume habe ich früher immer mit der Zwillingsnadel genäht, mittlerweile nehme ich den 3fach Zickzack. Evtl hättest du ein Stück Vlieseline ausbügeln können?

    LG, Heike

  8. […] Nicht, dass ich nicht genügend solcher Täschchen habe, aber vom abwaschbaren Taschenstoff des Rucksacks hatte ich einfach noch genug übrig, so dass ich mir gleich noch die Kosmetiktasche […]

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