Mein #roteskleid und die #taschevollglück Nr. 2

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Unter dem Hashtag #roteskleid fand im April ein Festival statt, dass sich zum Ziel gesetzt hat, die Sichtbarkeit der Frauen zu erhöhen. Alles zum Festival könnt ihr hier nachlesen. Ich hab es nur zur Auftaktveranstaltung geschafft, danach hat mich meine Bandscheiben-OP außer Gefecht gesetzt. Aber mein #roteskleid hatte ich bereits geplant und wollte es auch unbedingt am heutigen Me Made Mittwoch präsentieren. Der Stoff lag schon seit einem halben Jahr bei mir im Schrank und genauso lange war für mich klar, was daraus werden soll. Und deshalb passtes das Festival wunderbar zu meinen Plänen.

Durch meine 4-wöchige Krankschreibung hatte ich auch genug Zeit, um das Projekt in kleinen Schritten umzusetzen, denn längeres Sitzen war mir verboten und tat mir auch nicht gut, aber hier mal ein Stündchen und dort mal ein Stündchen klappte gut. Und so aufwendig war das Kleid auch nicht zu nähen.

Aber nun mal konkret: diesen unglaublich tollen, sehr hochwertigen Leinen hatte ich im Herbst bei 1000stoff erstanden. Ich kam einfach nicht drum rum, obwohl er wahnsinnig teuer war. Er stammt – genauso wie das Schnittmuster – von Merchant & Mills. Für den Schnitt waren als Stoffverbrauch 2,65 m bei einer Breite von 140 cm und 1,60 m bei einer Breite von 150 cm angegeben. Ich hatte das beim Stoffkauf aber nicht exakt im Kopf und hab deshalb 2,60 m erstanden. Nun habe ich noch knapp einen Meter übrig und kann daraus sogar noch ein kastiges Blusenshirt nähen, damit hat sich auch der Preis etwas relativiert.

Der Schnitt fällt – wie eigentlich alle M&M-Schnittmuster – sehr großzügig und oversized aus. Ich habe Größe 10 genäht, was in etwa einer deutschen Größe 38 entspricht. Für mich war das genau die richtige Wahl, so fällt das Kleid schön locker, engt nicht ein und wirkt auch nicht zu groß.

Nicht so ganz happy bin ich mit der Länge des Kleides und überlege noch, ob ich es nicht kürze. Wadenlang mag ich an mir nicht sonderlich, ich hab kräftige Fußballerwaden, da ist die Länge nicht so vorteilhaft. Andererseits mag ich das Tragegefühl in der Länge gern.

Der Nähprozess war denkbar einfach. Lediglich die Faltung vorn bedarf einiger Präzision und deshalb etwas mehr Aufwand für die Markierung der Faltung, das Bügeln, Heften und letztendlich das Absteppen. So ganz gerade und parallel ist die Steppung nicht geworden, der Stoff ist doch recht flutschig, ungewöhnlich für Leinen.

Die zweite Herausforderung ist die Knopfschlaufe hinten, hier bin ich mit dem Ergebnis aber sehr zufrieden. Ich musste ein paarmal beim Heften ansetzen, damit ich die richtige Länge und damit Öffnung passend zum Knopf gefunden habe. Beim Verstürzen mit dem Beleg saß die Schlaufe dann dafür perfekt.

Beim Schnitt ist zu beachten, dass die im Schnitt inkludierte Nahtzugabe 1,5 cm beträgt und nicht wie sonst oft, nur 1 cm. Bei den Schulter- und Belegnähten hatte ich das komplett und unabsichtlich ignoriert, mir ist es erst später aufgefallen, da war der Beleg schon angenäht. Ich hatte dann Angst, dass die Ärmel nicht mehr reinpassen und ich nochmal alles trennen darf. Gott sei Dank war das aber nicht nötig und man sieht es am fertigen Kleid gar nicht.

Auch wenn mein #roteskleid knallig pink ist, liebe ich es jetzt schon sehr und freue mich auf das erste Ausführen. Für die Fotos hat das Wetter kurzfristig mitgespielt, aber viel länger hätte ich es draußen auch nicht ausgehalten. Jetzt fehlen mir noch passende Schuhe ?.

Schnitt: The Box Box von Merchant & Mills
Stoff: Leinen „Acid House“ von Merchant & Mills über 1000stoff
Arbeitszeit: 5:45 h
Kosten: ca. 98 €

Ich möchte euch noch ein zweites Projekt zeigen, welches ich direkt vor dem Kleid genäht habe. Das war mein Wiedereinstieg ins Nähen nach der OP. Eine erste Tasche voll Glück hatte ich euch im Februar gezeigt habe. Dort hatte ich die Tasche komplett aus Resten verarbeitet und sie sollte ein Test sein. Nun habe ich eine zweite angefertigt, diesmal passend zu allen schwarz-weißen Kleidungsstücken, damit bin ich universeller unterwegs.

Hierfür habe ich zwei Canvasstoffe kombiniert und innen wieder Futterreste von dieser Jacke hier verwendet. Der Futterstoff ist ein Baumwollstretch und eignete sich nicht so optimal in Kombination mit dem Canvas. Durch den Stretchanteil verzogen sich beim Nähen die Teile und es wurde teilweise sehr fummelig und nicht präzise. Überhaupt war es diesmal erheblich schwerer, alle Lage im Blick und beieinander zu halten. Die äußeren Teile, an denen der Gurt befestigt wird sind nicht komplett eingefasst. Hier hatte ich echte Mühe, hab versucht, nochmal zu trennen ganz am Ende und es besser hinzubekommen, aber es war nicht mehr wirklich sichtbar, welche Lage wo ist und ich habe es aufgegeben und dann per Hand nachgearbeitet, so dass man das Problem jetzt kaum sieht und bisher auch alles hält. Solch eine Crossbody-Bag hat ja in der Regel nicht soviel zu tragen.

Diesmal habe ich mich auch für die Einarbeitung von Paspeln entschieden. So haben die Teilungsnähte des unteren Taschenteils Paspeln erhalten und der Abschluss der Klappe. Der Taschengurt ist diesmal nicht genäht, sondern ein fertiges Exemplar*, dass ich zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen habe. Leider hat es goldene Schnallen, passende silbrige hatte ich nicht im Vorrat, vielleicht tausche ich das bei Gelegenheit noch aus. Den Gurt musste ich deutlich kürzen, sonst hätte die Crossbody-Bag einen seltsamen Sitz.

Ich habe wieder alle optionalen Taschen genäht, ich mag es, wenn alles gut sortiert ist. In der zusätzlichen Innentasche sind immer meine Autopapiere, in der großen Tasche Geldbörse, Taschentücher und Schlüssel, in der vorderen Tasche unter der Klappe ist das Handy gut griffbereit und die hintere Tasche, die man am Körper trägt ist, für alles besonders schützenswerte oder auch gut für Briefe oder andere Zettelwirtschaft geeignet. Das kann aber jede selbst entscheiden, wie sie ihre Tasche bestückt.

Trotz Fummelei, Fehlern und einer nicht ganz so sauberen Verarbeitung nutze ich seit Fertigstellung die Tasche täglich. Jetzt habe ich aber auch genug Taschen dieser Art. Benötigt wird jetzt noch ein Laptop-Rucksack für den Job, der gerade in Planung ist.

Schnitt: Tasche voll Glück von Lotte & Ludwig*
Stoffe: Canvas schwarz und Canvas gestreift über snaply
Zubehör: aus dem Fundus
Arbeitszeit: ohne Angaben
Kosten: ca. 18 €

4 Kommentarte
  1. Susanne 12 Monatenvor
    Antworten

    Ein frisches fröhliches Pink finde ich sowieso besser, als rot;
    Ein tolles Statement-Kleid und für die Längenwahl gilt, dass du dich damit wohlfühlen musst. Ich finde ja, dass durchtrainierte Waden sich immer sehen lassen können.
    LG von Susanne

  2. piek & fein 12 Monatenvor
    Antworten

    Liebe Anke,
    ich hoffe, dass es Dir nach der OP wieder besser geht! Das pinkfarbene Kleid macht auf jeden Fall gute Laune – eine tolle Farbe hat Du Dir ausgesucht. Bei der Länge sehe ich das wie Susanne.
    Hut ab vor Deinem Taschenprojekt. Für sowas fehlt mir die Geduld, bei mir reicht es nur für Einkaufstaschen.
    Herzliche Grüße von Julia

  3. Anonymous 11 Monatenvor
    Antworten

    Ich finde das Kleid ist Dir super gelungen und die Länge ist perfekt!
    Viele Grüße!

  4. […] habe ich einen Canvas vernäht, den ich noch übrig hatte von meiner zweiten Tasche voll Glück, die Gurtbänder habe ich zusammen mit dem Stoff bestellt und war zwischendrin unsicher, ob die […]

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