Herbstyoga

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Und schon wieder ist ein Monat um – leider ohne weiteren Blogpost – und Zeit für den Me Made Mittwoch, der bei mir heute ganz im Zeichen von Yoga steht, denn ich habe mir einen Yoga-Jumpsuit und einen Sweater genäht, den ich beim Yin-Yoga noch überwerfen kann. Beide Teile sind erst am letzten Wochenende entstanden. Davor war ich allerdings nicht untätig. Ich habe noch eine Tasche produziert, die ich euch dann nächste Woche einmal vorstellen will.

Nun aber zum Yogaoutfit. Der Jumpsuit Toona von Nanna Pattern Design gefiel mir schon länger und als es bei 1000stoff letztens so wundervollen Viskosejersey gab, wusste ich sofort, dass Stoff und Schnitt ein Perfect Match für mich sind.

Der Stoff ist innen angeraut und sowas von weich und gemütlich. Er hat eine gewisse Schwere, was aber beim Nähen einige Probleme ergab. Die Mittelnähte dehnten sich in die Länge, der Schritt saß anfangs sehr tief. Das nächste Mal würde ich entweder ein Nahtband mitfassen oder die Overlock auf „raffen“ stellen. Am Ende habe ich ca. 3 cm an der Schrittnaht wieder weggenommen.

Da das Material so dehnbar ist, hatte ich auch enorme Schwierigkeiten, den Ausschnitt vernünftig hinzubekommen. Hier wird mit Jersey-Schrägband versäubert. Die beschriebene Verarbeitung fand ich aber unglücklich: das Schrägband wird angenäht und dann komplett nach innen geschlagen und gegengenäht. Vorher wird ein Pfalz von 1 cm vom Schrägband weggeschnitten und zudem für die Ausschnittpunkte Spitzen schräg abgenäht. Das Ergebnis sieht bei mir nicht schön aus. Der Nähfuß rutschte immer wieder ab, ich bin damit nicht glücklich. Würde ich den Schnitt nochmal nähen, dann würde ich die Schnittkanten mit dem Schrägband umschließen, das Ergebnis wäre vermutlich sauberer. Auftrennen ist bei diesem Stoff keine Option, vielleicht wäre eine gute Coverlock, mit der ich immer noch liebäugel, nachdem ich meine nicht brauchbare verkauft habe, eine Alternative.

Beim Ärmelausschnitt bin ich etwas anders vorgegangen. Ich hab den Schrägstreifen erst mit der Overlock angenäht (beim Ausschnitt habe ich die normale Maschine benutzt) und dann mit dem Kantennähfuß von innen das Schrägband angenäht. Die Verarbeitung sieht besser aus, das Schrägband blitzt hier nicht raus, optimal ist das aber auch nicht.

Abschließend ist der Saum mit einer Ziernaht versehen, das habe ich erst an einem Probestück ausprobiert und gefällt mir sehr gut.

Der Jumpsuit ist ansonsten ein schnelles Projekt. Vorder- und Rückenteil sind gleich, es gibt also nur ein Schnittteil, welches man 4x zuschneidet. Dann werden vordere und rückwärtige Mitte geschlossen, die Schulter- und Seitennähte und abschließend die Schrittnaht genäht. Am Ende dann die Ausschnittverarbeitung und die Säume fertiggestellt. Das war es auch schon.

Wenn jemand Tipps hat, wie man sehr weichen, dehnbaren Jersey professionell verarbeitet, dann immer her damit, ich trag ihn gern, aber beim Vernähen mag ich den Stoff so gar nicht.

Schnitt: Jumpsuit Toona von Nanna Pattern Design
Stoff: Viskosestrickjersey Soft Touch, Terracotta Kürbis von 1000stoff
Arbeitsaufwand: 4:15 h
Kosten: 64 €

Damit ich bei der Yin-Yoga-Praxis nicht friere, gab es passend noch ein Sweatshirt zum Jumpsuit. Diesen kann ich selbstverständlich auch in meine normale Herbst- und Wintergarderobe integrieren. So ein Sweatshirt ist ja vielfältig einsetzbar.

Die Farbe des Heavy Sweat passt aber perfekt zum Jersey und ist damit der ideale Kombipartner. Bei der Bestellung war leider die zugehörige Bündchenware nicht vorrätig. Da ich genug Stoff hatte, wollte ich komplett ohne Bündchen auskommen. Die Schnittteile für den Halsausschnitt, die Arm- und das Saumbündchen musste ich entsprechend anpassen. Das Halsbündchen habe ich in schrägem Fadenverlauf zugeschnitten und die Länge verglichen mit einem anderen Schnitt, bei dem ich aus Heavy-Sweat bereits ein Halsbündchen gefertigt hatte. Das Saumbündchen konnte ich so lassen, da ich den Schnitt bereits einmal genäht hatte und auch bei diesem Exemplar den Saum aus dem Hauptstoff gefertigt hatte.

Bei den Ärmelbündchen funktionierte das leider nicht. Diese musste ich nochmal neu zuschneiden und zwar etwas kleiner als die Ärmel, so dass ich den nicht sehr dehnbaren Stoff auch nur leicht dehnen musste. Alle drei dicken Stofflagen zu fassen, war allerdings eine Herausforderung, vor allem, da die Zugabe im Schnitt nur 0,7 cm vorgab. Hier musste ich – vor allem beim Halsbündchen – mehrmals ansetzen. Dieses sollte eh im Nacken mit einem Köperband versäubert werden, ich habe den „Streberstreifen“ dann komplett um den ganzen Ausschnitt gearbeitet. Ich hatte nur ein blaues Band vorrätig, aber ich mag den Kontrast.

Da der Grasser-Schnitt bereits erprobt war, gestaltete sich der Nähprozess ansonsten schnell und unkompliziert, so dass ich nun um 2 bequeme, vielseitig einsetzbare Kleidungsstücke reicher bin.

Schnitt: Grasser No 876
Stoff: Heavy Jogging Sweat, Terracotta über 1000stoff
Arbeitsaufwand: ca. 3 h
Kosten: ca. 29 €

18 Kommentarte
  1. Anonymous 6 Monatenvor
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    Ich verwende immer aufbügelbares Nahtband zur Stabilisierung, das gibt es in 1, 1,5 und 2 cm breit und auch in etwas elastisch, das stabilisiert dann die betroffenen Stellen nicht ganz so stark, aber wenn etwas droht auszuleiern, wie bei deinem Ausschnitt, dann wäre es genau richtig. LG Anja

    • Anke 6 Monatenvor
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      Daran hatte ich ja auch schon gedacht, nur zu spät 🤷‍♀️. Allerdings glaube ich, dass solch ein Band beim Ausschnitt nicht geholfen hätte, aber bei den Mittelnähten hätte es verhindert, dass die Naht länger wird.
      Ich finde es sehr schade, dass teure Schnittmuster solche Tipps nicht mitgeben.
      VG Anke

      • Anonymous 6 Monatenvor
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        für Ausschnitte kannst du dieses elastische nehmen, ich habe so ein Video von Pingel Inge, da wird das benannt. Krass ist, dass das Band mangels Kauf in manchen Läden nicht mehr verfügbar ist, so bei meinem Kurzwarenladen um die Ecke, wahrscheinlich, weil es nirgends in den Schnittmustern vorkommt, außer bei Burda und Ottobre, lg Anja, ich kann hier nur anonym kommentieren anscheinend, egal

  2. seelenruhig 6 Monatenvor
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    Wow! Dieses Outfit ist mega!! Die Farbe – die Schnitte – insbes. der Jumpsuit ist so toll – der V-Ausschnitt am Rücken lässt dein Tattoo leuchten! Ab auf die Matte (ich..)

  3. Anonymous 6 Monatenvor
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    Ich habe zwar eine Coverlock, aber damit ist auch nicht immer alles nur toll. Ist der Stoff zu dünn, gibt es Würste, ist er zu dick, Fehlstiche usw. Inzwischen nähe ich wieder verstärkt mit Zickzackstich um (einfach die Nahtzugabe umlegen und mit Zickzackstich absteppen), da es wesentlich unkomplizierter und zudem sauberere Ergebnisse gibt. Dabei habe ich schon eine höherpreisige Maschine. Vermutlich braucht man eine Babylock oder sogar Industriemaschine, damit es richtig sauber wird.

    • Anonymous 6 Monatenvor
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      Ich konnte auch nur anonym antworten (Tina von V. vom Venn).

  4. Anonymous 6 Monatenvor
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    Starke Farbe und eine tolle Kombi aus Jumpsuit und Pulli. Die Ausschnittversäuberung ist immer so eine Sache, da hängt echt viel vom Stoff ab und wie die Maschine ihn transportiert. Ich finde Du das das super gelöst. LG Kuestensocke

  5. Anonymous 6 Monatenvor
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    Coole Kombination, der Jumpsuit ist großartig. Bei der Verarbeitung kann ich keine Tipps geben, für mich ist das auch meist ein Glückspiel wenn es auf Anhieb gut wird. LG Jeanette

  6. Sandra N. 6 Monatenvor
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    Huhu Anke,

    na, Du gibst farbtechnisch wieder alles- echt eine tolle Knallerfarbe 🙂 und wie ich auf Insta gesehen habe, hast Du noch den perfekten Nagellack dazu 🙂

    Dein Yogaoutfit ist so klasse!!! Über einen Jumpuit beim Yoga habe ich noch gar nicht nachgedacht… wäre mal eine Idee.

    LG
    Sandra

  7. Was ein toller Farb-Knaller! Sieht klasse aus.
    Deinen Ärger beim Ausschnitt kann ich nachvollziehen.
    LG Miriam

  8. Anonymous 6 Monatenvor
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    Ich finde ja sogar, dass kannst Du zusammen auch außerhalb des Yogastudios tragen. Die Fsrbe steht Dir extrem gut. LG von Ina ( Fitzladen)

  9. Anonymous 6 Monatenvor
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    Nun auch noch hier auf deinem Blog, ein Knaller – Yoga – Outfit, was dich fantastisch strahlen lässt. Das SM vom Jumpsuit macht sich garantiert auch als Sommeroutfit am Meer gut. Und wenn es etwas kühler wird, dann unbedingt mit deinem passenden Sweater. Genial, nicht nur praktisch sondern auch wirklich eine Augenweide 🙂
    LG Birgit

  10. Anonymous 6 Monatenvor
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    Hmm wo ist denn nun mein Kommentar? Hast d deine Seite umgestellt liebe Anke? LG Birgit von massgenommen

    • Anke 6 Monatenvor
      Antworten

      Ich habe nichts umgestellt, warum manche nur anonym kommentieren können und manche nicht, ist mir nicht klar. Beim Hosenpost sehe ich, das ein Kommentar von dir kommt, Birgit. Lieben Dank auf jeden Fall. Alle Kommentare sind aber nach Freigabe zu sehen 😊

  11. piek & fein 5 Monatenvor
    Antworten

    Also die Farbe ist ja genau Deins! In Punkto Jersey bin leider ich auch kein Profi. Ich habe mal vor längerer Zeit einen ähnlichen Jumpsuit (Jump Up Suit von Aliceandcopatterns) genäht und dort ein schmales Vliselineband an den Kanten aufgebügelt. Die flutschigen Stoffe mag ich in der Verarbeitung auch nicht besonders und nähe lieber Webware. Den Heavy Sweat habe ich aber auch bestellt und warte schon sehnsüchtig auf die Lieferung.
    Liebe Grüße
    Julia

  12. Anonymous 5 Monatenvor
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    Ich war so gespannt auf deinen Yogajumpsuit. Er sieht mega aus, ich glaube, ich brauche auch einen.

    Viel Spaß beim Yoga!

    LG, Heike

  13. Mirabells 5 Monatenvor
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    Dein Outfit ist echt cool und sieht sehr schön kuschelig aus. Ich verarbeite in der Regel Lycra-Stoffe mit viel Elasthan und nähe die mit mit einer vier-fädigen Overlock-Naht zusammen. Wenn die Naht besonders stabil sein soll, covere ich noch mit einer dreifädigen Covernaht. Ich habe eine Babylock, die ist beim Covern ein bisschen zickig und mag gerne ganz neue Nadeln dafür haben. Das gilt übrigens für alle Coverlock-Maschinen, weil das Covern nicht gerade ihre Kernkompetenz ist 😉 .
    Einen schweren Jersey würde ich vermutlich nicht als Jumpsuit verarbeiten, es sein denn, er hat viel Elasthan drin und eine wirklich gute Rücksprungkraft, sonst leiert er aus, wie Du es erlebt hast. Eingriffe von Taschen (für’s Handy) oder BH-Träger und BH-Ausschnitte stabilisiere ich mit dem Silikonband von Vlieseline (Framilastic). Greenstyle-Creations und Jalie, die auf Sportkleidung spezialisiert sind, geben das an.
    Namaste, Stefanie

    • Anke 5 Monatenvor
      Antworten

      Framilastik hätte mir auch einfallen können. Ansonsten ist der Jumpsuit natürlich mit einer Babylock- Overlocka genäht. Grüße Anke

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