Wie bereits in einem der letzten Blogposts angekündigt, habe ich noch ein allerletztes Modell aus dem zweiten Buch der schwedischen Designerin Ann Ringstrand umgesetzt – den Inspector Coat, den ich euch bei der Dezember-Ausgabe des Me Made Mittwoch zeigen möchte.

Natürlich hatte mich bereits beim Erscheinen des Buches der Mantel angefixt, das Titelmodell – vor allem in der Winter-Version mit dem riesigen Hahnentritt-Muster ist einfach mega! Allerdings hatte ich eigentlich keinen Bedarf an weiteren Mänteln. Dachte ich jedenfalls. In diesem Winter fiel mir nun aber auf, dass ich keinen Mantel besitze, der gut zu schwarzen Hosen passt, neutral ist und zudem warm genug ist. Ich besitze zwar einen (gekauften) Steppmantel, den trage ich aber inzwischen nur noch auf meinen Runden mit dem Hund, denn Lotte hatte mir in ihren ersten 3 Monaten bei uns ein Loch in den Mantel gebissen, den ich mit einem aufbügelbaren Flecken reparieren konnte, aber für andere Gelegenheiten ist der Mantel eben nicht mehr geeignet.

Da ich gute Erfahrung mit Steppfutter habe und auch keine Lust hatte, drei Lagen zu einen Wintermantel zu verarbeiten (Außenstoff, wärmende Einlage und Futter), habe ich mich wieder für ein sehr günstiges Steppfutter entschieden, genauso wie beim Dude Coat. Den Außenstoff habe ich bei günstig bei Wasted Fabrics im Sale ergattert, eine wirklich sehr schöne Qualität.

Natürlich gab es – wie immer bei kariertem Stoff – die Herausforderung des Zuschnitts. Die mir allerdings sehr gut gelungen ist. Ich habe mir im Schnitt zusätzliche Marker gesetzt und da ich reichlich Stoff hatte, konnte ich die Schnittteile etwas hin- und herschieben. Ich musste mich entscheiden, an welcher Stelle es mir wichtiger war, dass das Karo aufeinander trifft. So passt es bei der Raglannaht nicht, wäre aber auch sehr schwierig geworden und auch nicht an der Unterarmnaht, aber da sieht man es ja nicht.

Anders als beim Boyfriend Blazer gab es keine größeren Probleme beim Nähen des Mantels. Selbst die Knopflöcher habe ich richtig gut hinbekommen. Das ist bei solch großem Projekt am Ende immer spannend und gerade bei dickem Stoff durchaus herausfordernd. Aber meine Nähmaschine hat gut mitgespielt.


Was man auf den Bildern sehen kann, dass sich trotzdem Oberstoff und Futter nicht ganz geschmeidig zusammenziehen. Ich hab auch schon ein wenig geändert, aber an den unteren Knopf muss ich nochmal ran, der zieht mir im geschlossenen Zustand doch noch zu sehr eine Falte. Ich habe ansonsten verzichtet, die Schulter vom Futter an der Schulter des Oberstoffs zu fixieren, ebenso hängen die Taschen lose, was aber beides kein Problem darstellt. Ich wollte hier ein Verziehen vermeiden.




Ich fand die Idee der Schnalle am Kragen beim Modell im Buch sehr cool und wollte etwas Ähnliches haben. In meinem Fundus fanden sich noch Schnappverschlüsse, die wie Knebelknöpfe daherkommen. Ich bin aber nicht sicher, wie alltagstauglich das ist. Meist trage ich einen Schal, da sieht man die Schnalle eh nicht, außerdem sitzt der obere Knopf eng am Hals, wenn man einen dicken Pullover drunter anhat, da engt die Schnalle eher nochmehr ein, vielleicht entferne ich sie wieder, ich teste noch ein wenig.
Mit dem Gesamtergebnis bin ich recht glücklich. Der Mantel wird mich mit Sicherheit lange begleiten, ein zeitloses Stück.
Modell: Inspector Coat aus dem 2. Buch „Sew“ von Ann Ringstrand
Stoff: Wollstoff von Wasted Fabrics (ausverkauft)
Arbeitszeit: ca. 16:45 h
Kosten: ca. 67 €
Und wer sich fragt, was ich unter dem Mantel trage: das ist die Archer Trouser und dazu den Sweater No. 9.
Der Inspector Coat hat mich im Buch nicht allzu sehr angesprochen. Beide Modelle nicht. Dein Mantel zeigt sehr schön, dass man sich nicht von Designbeispielen abschrecken lassen sollte, mit dem richtigen Stoff wie in deinem Fall sieht der Mantel toll aus. Und Respekt vor den Knopflöchern in diesem dicken Material. Ich werde wenn trotzdem lieber den Dude Coat aus dem ersten Buch umsetzen. Wenn der passende Stoff daherkommt.
Und die Archer Trouser, ich liebe sie. Gerade am Nähwochenende der Schwägerin geholfen, ihre umzusetzen, und meine trage ich auch sehr gerne. Du trägst deine auch gerne, wie man sieht.
Aber das letzte umgesetzte Modell aus dem Buch? Hoffentlich doch nicht das letzte Mal, dass du ein Modell genäht hast? Ich schaue so gerne bei dir zur Inspiration.
Liebe Grüße, heike
Schön. Mäntel kann eine nie genug haben und das Herbst- und Winterwetter ändert sich ja ständig. Steppfutter ist als Alternative zu mehreren Lagen sicher eine gute Alternative und kuschelt auch noch besser. Ich finde den Mantel sehr sehr schön und sehr kombinierfreudig. Lustig, dass bei Euch schon so viel Raureif zu sehen ist. LG Carola
Mir gefällt vor allem das zweite Foto mit offenem Mantel und dem Gesamtoutfit richtig gut.
Sehr coole Kombi!
Der Mantel sieht toll aus, er ist gut gelungen finde ich. Wie ich deinen Bericht so durchgelesen hatte mußte ich feststellen das ein Mantel für schwarze Kleidung mir auch noch fehlt. Der Schnitt wird auf jeden Fall vermerkt.
Dein Mantel sieht klasse aus und steht dir ausgezeichnet! Großartig.
Die Ann Ringstrand Schnitte scheinen wirklich wie für dich gemacht – auch wenn du ab und an mit der Anleitung haderst. Aber hier wirklich große Klasse und Hut ab vor dem akkuraten Patternmatching.
LG Miriam